Schmuck & Uhren

Generationen

im Dialog

»Must-haves« — Schmuck
großer Juweliere und »Must-sees« — Schmuck in der Kunst

Doppelausstellung im Schmuckmuseum Pforzheim,
noch bis zum 10. September 2017

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Hier eine kleine
Auswahl diverser Ausstellungsstücke.

Schmuckmuseum Pforzheim Jahnstraße 42,
75173 Pforzheim,
Tel. 0 72 31 / 39 21 26

 

 

Foto: Valentin Wormbs

Gerade mal knapp fünf Dollar nahm Charles Lewis Tiffany am ersten Verkaufstag im Jahre 1837 in seinem ­Laden für Luxusartikel in New York ­City ein. Heute
zählt Tiffany & Co. zu den weltweit berühmtesten
Juwe­lieren. Nicht nur Audrey Hepburn stand in der Verfilmung von »Frühstück bei Tiffany« verzückt vor dem Schaufenster. Schmuck großer Juweliere lässt ­Herzen höher schlagen und steht im Mittelpunkt der Doppelausstellung »Must-haves — Schmuck großer Juweliere/Must-sees — Schmuck in der Kunst«, die im Schmuck­museum präsentiert wird, im Rahmen des Jubiläumsfestivals 2017 — 250 Jahre Goldstadt Pforzheim.

Fotos:
© Schmuckmuseum Pforzheim

© Günther Meyer

Doch ein Name wie Tiffany ist nur eine der großen Marken, die im Fokus der Ausstellung stehen. Es gehören auch ­Luxusmarken dazu, die ihren Erfolgskurs in Pforzheim begonnen haben oder dort ansässig sind wie Chopard und Wellendorff. Ausgewählte Einzelstücke hoher Juwelierskunst werden die Augen der Betrachter zum Funkeln bringen. Für solch solitäre Stücke bedarf es großer Handwerkskunst, bester Materialien und einer ausgefeilten Technik. Dass diese Ikonen getragen wurden, wurde wiederum häufig auf Gemälden oder auch in Skulpturen festgehalten wurde.

Menschen lieben Schmuck und las­sen sich mit all ihrer Pracht auf Bildern verewigen. Zum einen ist in der Schau »Must-haves — Schmuck großer Juweliere« eben diese Goldschmiedekunst vom Feinsten zu ­sehen. Zum andern wird parallel in »Must-sees« (in den Räumen des Kunstvereins, ebenfalls im Reuchlinhaus) gezeigt, wie in der Bildenden Kunst die ­getragenen Schmuckstücke als Bildmotive wieder auftauchen. Die Schau spannt einen Bogen von der Antike bis in die ­Gegenwart. Aus dem zeitgenössischen ­Bereich werden beispielsweise Arbeiten der in London lebenden Künstlerin Maisie Broadhead gezeigt, die oftmals Schmuckstücke in ihre Fotografien auf fast drei­dimensionale Weise einbindet, eine ­märchenhafte-mystische Verknüpfung aus von ihr rekonstruierten, altmeisterlichen Motiven mit modernen ­Accessoires. Hier werden die Perlen von den Damen einmal ganz anders getragen!

Eine spannende Symbiose aus einzig­artiger, wertvoller Juwelierskunst und  Schmuck­stücken, die zu den Must-haves zählen, und deren Abbildungen in der ­Bildenden Kunst echte Must-sees sind!

Mit dieser Art von forschendem und entdeckendem Elementar-
unterricht will das Technische Museum Pforzheim einen Ort schaffen, der Kindern die Freude an technischen Prozessen vermittelt und ihre Neugierde am Experimentieren weckt. Wie z.B.: gemeinsam Lösungen suchen, technische Methoden kennenlernen, physikalische Prinzipien verstehen, selbst kreativ werden.

In der Auseinandersetzung mit den historischen Maschinen der Pforzheimer Traditionsindustrien erfahren sie die Wirtschafts-
geschichte ihrer Heimat. Und sie erfahren, wie diese Geschichte sich in jüngster Zeit mit den aktuellen innovativen Pforzheimer Unternehmen im Bereich Feinmechanik, Oberflächenver­edelung, Medizin- und Dentaltechnik, Metallrecycling oder Stanztechnik weiter entwickelt hat.

Das Projekt »Abenteuer Technik« verknüpft in einem ersten Schritt erlebnispädagogisches Lernen mit der Erfahrung der eigenen Körperkräfte. Diese Erfahrungen werden beim Gang durch das Museum an einzelnen, noch betriebenen Maschinen verglichen und vertieft. Es geht dabei stets um Lernen aus Erfahrung, also darum, physikalische Kräfte »hautnah« zu erleben und diese Erfahrung in Wissen zu übersetzen. Im letzten experimentell-forschenden Veranstaltungsteil sind die Kinder Erfinder, Konstrukteure, Forscher und »bewegen was«. Gruppenarbeit und Teamtraining stehen im Vordergrund.

Die museumspädagogischen Veranstaltungen sind in Module gegliedert und werden von einem multiprofessionellen Team betreut, das aus Museums- und ­Erlebnispädagogen sowie Museums-
mitarbeitern, die die Maschinen bedienen, besteht. Nachhaltige Bildungserlebnisse. Sie fördern intensiv die Selbstmotivation und die Selbstlernkräfte der heranwachsenden Generation, sich mit Technik und neuen Technologien auseinanderzusetzen: beste Voraussetzungen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Ein Projekt in Kooperation von Kulturamt, Technischem Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie sowie dem Jubiläums-
festival 2017 der Stadt Pforzheim »Goldstadt 250«.

Info und Anmeldung Tel.0 72 31/39-21 26

Abenteuer Technik

Unter dem Motto »Abenteuer Technik — wir bewegen was« erleben Kitakinder und Grundschüler auf vielfältige, spielerische Weise Ursache und Wirkung von Bewegung und Mechanik sowie den ­dabei waltenden Kräften.

Das Kollmar & Jourdan-Gebäude
mit Technischem Museum in der Bleichstraße in Pforzheim.
Foto: © Petra Jaschke.

Buch und Ausstellung

Kollmar & Jourdan

Mit einem großen Publikumsfest feierte das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie nach knapp einjähriger Umgestaltungspause seine Wiedereröffnung. Gleichzeitig wurde eine von Franz Littmann erarbeitete Ausstellung zur Firmengeschichte des Pforzheimer Weltunternehmens Kollmar & Jourdan eröffnet, in dessen spektakulärem Firmengebäude das Museum residiert.

Die Ausstellung, die bis zum 4. Juni 2017 zu sehen war, dokumentierte anhand der erfolgreichen Firma exemplarisch ein gutes Stück Geschichte der Schmuck- und Uhrenstadt.

Die Geschichte führt von der Gründung 1885 und dem rasanten Aufstieg zu größten Kettenfabrik der Welt über die Gasmasken- und Handgranatenproduktion im Ersten Weltkrieg, die folgende Krise mit Inflation, Notgeld und Streiks zum Dritten Reich, in dem Zwangsarbeiter bei der Zünderproduktion eingesetzt wurden. Auf die Kriegszerstörung folgte der Wiederaufbau und eine neue Blüte, ehe Kollmar & Jourdan wie viele andere Firmen schließlich ihrem Niedergang entgegengingen.

Die Ausstellung, zu der es ein begleitendes Buch gibt, ­illustrierte auch die Fortschrittlichkeit und Innovationskraft der Firmengründer, die sich nicht nur auf das technische Tüfteln und geschickte Wirtschaften, sondern auch auf das Soziale erstreckte.

Text: Franz Littmann

 

Technisches Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, Bleichstr. 81, Pforzheim.

Geöffnet: Mi. – Sa. 14 – 17 Uhr und So. 10 – 17 Uhr.

Das Buch ist zum Preis von  25,– Euro  im Buchhandel erhältlich.

Abb. o. links: Bildnisanhänger der Kaiserin Eleonore, Gold, Email,
Wien (?), um 1680, © Schmuck-
museum Pforzheim, [MF 38 |
Inv. Nr. 1964-39].

 

Abb. unten: Brosche, Gold, Diamanten, englisch oder französisch, um 1860 – 1870,
© Schmuckmuseum Pforzheim,
[MF 66 | Inv. Nr. 1989-18].

 

 

»Ball and Chain«, Digitale Farbfotografie und Perlenimitate aus Glas, Maisie Broadhead,

Großbritannien, 2016
© Maisie Maud Broadhead

Foto: © TMP, Winfried Reinhard

© Alle Rechte vorbehalten | 7-2017