KreisSeniorenRat

Generationen

im Dialog

Dieter Müller, Architekt

1. Vorsitzender

Wohnberatung & Senioren-
freundlicher Service

Selbstbestimmtes Leben im Alter bzw. alters-
gerechtes Wohnen: Diese gewaltigen Aussagen beziehen sich auf 2 Hauptthemen – Technik unterstützt Wohnen und Wohnen im Alter. Und dieses wird
erreicht durch Hindernisse abbauen, d. h. überlegen – aufklären – verwirklichen!

Die Wohnberatung des KreisSeniorenRats Enzkreis –
Stadt Pforzheim e.V. prüft richtungsweisend, gegen eine Aufwandsentschädigungsgebühr, Ihre Wohnung/Immobilie/
Planung auf Barrierefreiheit und Rollstuhltauglichkeit.

Öffnungszeiten:
Mo. – Fr. von 10 – 12 Uhr oder nach Terminvereinbarung.

Die Wohnberatung – eine
wichtige Institution für ältere und/oder behinderte Menschen

Ausgangssituation

Viele Bürger wohnen in nicht barrierefreiem Wohnraum. Bei Mobilitätseinschränkungen bedeutet dies häufig, dass die Menschen in der eigenen Häuslichkeit nicht mehr zu recht kommen. Der KreisSeniorenRat Enzkreis – Stadt Pforzheim e. V. ist ein Informations- und Beratungszentrum für ältere Menschen und ihren Angehörigen, gleichwohl werden auch die Interessen von Menschen mit Behinderungen vertreten.

 

Ziele der Wohnberatung

Verbesserung der individuellen Beratung und Versorgung, denn die Wohnberatung soll durch frühzeitige Information und Beratung über die unterschiedlichen Angebote und durch die Begleitung der rat- und hilfesuchenden Menschen, zur Verbesserung einer individuellen Versorgung beitragen, auch unter Einbeziehung der Technik.

 

Ambient Assisted Living

Zur Aufrechterhaltung eines qualitativ hohen Versorgungsniveaus werden künftig verstärkt technische Unterstützungssysteme zum Einsatz kommen. Neue technologische Ansätze sollen die Umgebung (= ambient) des Menschen informationell erschließen und sie dem Menschen kommunikativ dienstbar machen. „Unter Ambient Assisted Living (AAL) werden Konzepte, Produkte und Dienstleistungen verstanden, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden und verbessern mit dem Ziel, die Lebensqualität für Menschen in alle Lebensabschnitten, vor allem im Alter, zu erhöhen. Übersetzen konnte man AAL am besten mit Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben.

Technische Assistenzsysteme versprechen Sicherheit und Entlastung für altere, kranke und behinderte Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit. Als Begründung für ihren Einsatz wird meist angeführt, dass sie kostengünstiger als personale Hilfen seien, keinen Urlaub forderten, an individuelle Bedürfnisse angepasst werden könnten und nicht zuletzt die Beschämung, die mit der Inanspruchnahme personaler Hilfe verbunden sein kann, verringerten. Zudem stünden sie dort zur Verfügung, wo aufgrund von Personalmangel sonst keine Hilfe geleistet werden könnte, zum Beispiel im ländlichen Raum, der schon heute mit Ärztemangel und Defiziten in der Gesundheits-
versorgung zu kämpfen hat.

Beispiele für AAL-Systeme sind u. a.: Beleuchtung, die sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst, Türen, die sich beim Annähern öffnen und Bodenbeläge, die registrieren, wenn eine Person gestürzt ist, und Alarm auslösen.

AAL-Systeme kommen in folgenden vier Hauptanwendungsfeldern zum Einsatz: Gesundheit und Pflege (Telemedizin), Sicherheit und Privatsphäre (Alarmsysteme), Haushalt und Versorgung (Umgebungssteuerung), Kommunikation und soziales Umfeld (via Internet).

Technische Assistenzsysteme ermöglichen Selbstständigkeit. Die Technik allein reicht jedoch nicht aus – ein Alarmsystem ist wirkungslos, wenn schnelle Hilfe ausbleibt. Umfassende AAL-Systeme schließen deshalb meist komplementäre Dienstleistungen wie z. B. Call-Center, Bereitschaftsdienste und Lieferservices ein.

Parallel zu dem Vorgenannten werden von mobilen Hilfsdiensten oder ambulanten Pflegediensten Hausnotrufsysteme angeboten, sozusagen eine Vorstufe zu AAL, eine durchaus zu akzeptierende Alternative.

Zusammenfassung: Auch für Senioren sind Computer und Internet nützlich und beherrschbar. Sie eröffnen neue Wege zur Teilnahme am familiären und gesellschaftlichen Leben und ermöglichen es, sich in intellektueller anspruchsvoller Weise zu betätigen. Die Informatikanwendungen, die dafür in Frage kommen, sind weit verbreitet und werden durch ausgereifte Produkte oder leicht zugängliche Dienste unterstützt.

 

Wohnen im Alter

Das Älterwerden verdanken wir u. a. der Medizin; dieses Geschenk darf nicht ignoriert werden. Nur wer sich fit hält, wird den letzten Schritt ins Pflegeheim hinaus zögern können. Selbstständig und selbstbestimmt die freie Wahl der Wohnung zu haben, ist ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis. Oberstes Ziel ist daher, den Betroffenen so wenig Verantwortung wie nötig abzunehmen, um sie dabei zu fördern, ihr Leben selbständig zu gestalten bzw. eine Unterbringung in einem Altenpflegeheim zu vermeiden, oder so weit wie möglich hinauszuschieben (Mein Vater forderte mich vor Jahren dazu auf, in diesem Sinne an ältere Menschen heranzutreten.  Wie Recht er hatte!).

In Würde leben und altern beweist, das Zuhause gewinnt mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Die Wohnqualität bestimmt die Lebensqualität. Besonders wenn die Beweglichkeit nachlässt, entwickelt sich die Wohnung allmählich zum Lebensmittelpunkt. Demnach haben wir zu entscheiden: bleiben oder umziehen.

Zu Hause wohnen bleiben erfordert:

Wohnungsanpassung oder Unterstützung im Alltag oder Betreutes Wohnen zu Hause.

Ein neues Zuhause bedeutet: sich gemeinschaftlichen Wohnprojekten oder Betreutem Wohnen in einer Wohnanlage oder Betreuten Wohngemeinschaften oder Betreuten Hausgemeinschaften anzuschließen.

Im Einzelnen: Die meisten Menschen möchten auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben (ca. 98 % der befragten Menschen). Dafür nehmen sie häufig Unbequemlichkeiten und Einschränkungen in Kauf. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, ziehen sie um – dann oft in ein Pflegeheim, was sie eigentlich vermeiden wollten. Dass es auch anders geht, zeigen die neuen Wohnmodelle für Senioren. Entscheidend ist allerdings der Zeitpunkt, an dem sich jemand mit der Frage „Wie will ich im Alter leben“ auseinander setzt. Je früher jemand darüber nachdenkt, desto mehr Wahlmöglichkeiten hat er. Wer bereits pflegebedürftig ist, hat es schwerer, etwa in einer Anlage des Betreuten Wohnens unterzukommen.

 

Kriterien für ein altersgerechtes Zuhause

Was viele nicht wissen: Oft ist es möglich eine Wohnung durch kleine Baumaßnahmen altersgerecht zu verändern und den Umzug in eine andere Wohnung oder ins Heim zu vermeiden.

Zu Hause wohnen: bedeutet Wohnungsanpassung nach den Richtlinien der DIN 18040, die bestehende Wohnung an die veränderten Bedürfnisse im Alter anzupassen, z. B. Anpassung der san. Räumen wie Bäder, WC etc. und sich von Hindernissen und Gefahrenquellen wie Treppenstufen, eine zu hohe Badewanne, zu enge Türen oder Stolperfallen wie lose Teppiche. usw. zu befreien.

Zu Hause wohnen mit Unterstützung im Alltag, wenn wir Hilfe im Haushalt und im Alltag benötigen: Das bedeutet noch keine pflegerische Betreuung. Es sind eher die kleinen Dinge des Alltags, die mit der Zeit mühsam werden, bei denen sich viele unterstützen lassen möchten: etwa bei der Gartenpflege, beim Hausputz, Einkaufen, Spazierengehen, bei Behördengängen, Arztbesuchen oder auch bei nötigen Reparaturen. Oft leisten Angehörige, Freunde, Bekannte und Nachbarn solche Alltagshilfe. Doch nicht jeder kann oder will bei Bedarf auf ­familiäre Hilfe oder auf Freundschaftsdienste zurückgreifen. Eine ­Alternative bieten mobile Hilfsdienste oder ambulante Pflegedienste. Sie erleichtern den Alltag und helfen, die Selbstständigkeit zu erhalten.

Zu Hause wohnen mit Betreuung, um in einer altengerechten Wohnung weitgehend selbstständig leben zu können. Sie benötigen dabei kontinuierlich ein wenig Unterstützung und die Gewissheit, dass bei Bedarf schnell Hilfe zur Stelle ist. Dafür schließen sie mit ambulanten Diensten, einer Sozialstation oder einem Betreuungsverein einen Betreuungsvertrag ab.

Ein neues Zuhause in Form von ­gemeinschaftlichen Wohnprojekten bedeutet: In selbst organisierten, gemeinschaftlichen Wohnprojekten wohnen ältere Menschen zusammen in einer Miet- oder Eigentumswohnung, einem Haus oder in einer Wohnanlage. In einer Wohngemeinschaft hat jeder Bewohner nur sein eigenes Zimmer. Bad, Küche und Gemeinschaftsraum nutzen alle.

In der Hausgemeinschaft bewohnt jede Partei eine eigene, abgeschlossene Wohnung. Nur die Gemeinschaftsräume sind allen gleichermaßen zugänglich.

Das Ideale des gemeinschaftlichen Wohnens ist die gegenseitige Anteilnahme und Unterstützung im Alltag sowie im Krankheitsfall – wenn nötig, mit Hilfe von ambulanten Diensten.

Zu der Wohnform „Wohngemeinschaft“ gestatte ich mir persönlich anzumerken, dass bei Erstbezug einer solchen Wohngemeinschaft selten Probleme auftauchen. Hingegen gibt es Schwierigkeiten, das Zimmer eines Verstorbenen neu zu belegen, denn die Bewohner sind eine aufeinander eingeschworene Gemeinschaft, die einem Neuankömmling das Leben sehr schwer machen kann.

Ein neues Zuhause mit dem Zusatznutzen Betreutes Wohnen in einer Wohnanlage. Betreute Wohnanlagen bieten barrierefreie, altengerechte Wohnungen mit Betreuungsservice.

Ein neues Zuhause, jedoch als betreute Hausgemeinschaften. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat die Betreute Hausgemeinschaft als Alternative zum herkömmlichen Pflegeheim entwickelt. Diese Wohnform heißt deshalb auch KDA-Hausgemeinschaft.

 

Zielgruppen und Ansprüche

Barrierefreies Bauen ist für viele Menschen eine unerlässliche Voraussetzung, um überhaupt mobil zu sein und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Besondere Anforderungen stellen in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkte Menschen, Menschen mit Gehbehinderungen, Lähmungen oder fehlenden Gliedmaßen, die oft auf Hilfsmittel angewiesen sind wie Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen oder auch nur Haltegriffe oder Geländer. Aber auch große

oder kleine Menschen, darunter auch ­Kinder, Menschen mit Gepäck oder Kinderwagen stellen besondere Ansprüche, um sich frei bewegen zu können. Sie benötigen vor allem ausreichend Platz, Durchgänge müssen ausreichend breit und hoch sein, Aufstell­flächen ausreichend lang. Bewegungsflächen müssen eben sein, ­Höhen­­unterschiede oder Stufen sind für viele kaum überwindbare Hindernisse. Taster, Griffe o.ä. müssen in der richtigen Höhe sein, um sie z. B. vom Rollstuhl aus, gut erreichen zu können. Menschen, die in ihrer Wahrnehmungs­fähigkeit oder in der Informationsverarbeitung eingeschränkt sind, benötigen beispielsweise über­sicht­liche Raumanordnungen; Blinde und Sehbehinderte zudem Tastkanten oder Bodenindikatoren.

 

 

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