KreisSeniorenRat

Aktiv und engagiert –
auch im Alter

Bärbel Grötzinger

Engagement im Alter

Das Fahrsicherheitstraining für Senio­ren ist inzwischen ein fester ­Bestandteil im Jahresprogramm des KreisSeniorenRats.

Am 14. Oktober 2016 hat der KreisSeniorenRat gemeinsam mit der Verkehrswacht das vielfach bewährte Fahrsicherheitstraining für Senioren durchgeführt.

Das aktive Ausprobieren eines sicheren Fahrstils

Schwerpunkt des Trainings waren Gefahrenbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten auf trockener und nasser Fahrbahn.

Auf Wunsch von ehemaligen Teilnehmern, wurden zwei Themen neu ins Programm aufgenommen:

Sicher durch enge Straßen – Thema Seitenabstand

In vielen Wohnvierteln wird die Fahrspur immer schmäler. Rechts und links parken Autos und dann auch noch Gegenverkehr. Was tun?

Tipps und Übungen zum Einparken

Mit dem Auto in die Stadt? Einige ältere Autofahrer fühlen sich unsicher beim Einparken, sei es im Parkhaus oder am Straßenrand. Da kann geholfen werden.

Die Übungen, die sich die Trainer der Verkehrswacht zu den beiden Themen ausgedacht haben, kamen bei den Teilnehmern sehr gut an. Sie haben sich von Runde zu Runde ­sicherer gefühlt. Selbst für den Zuschauer waren die Fortschritte der Fahrer bezüglich Einschätzung ­ihres Fahrzeugs deutlich zu sehen.

Fazit

Am Ende des 3-stündigen Trainings war die Resonanz der Senioren durchweg positiv. Sie haben nicht nur einiges dazu gelernt, sondern es hat auch richtig Spaß gemacht!

 

Vor einiger Zeit hat der KreisSeniorenRat gemeinsam mit der Verkehrs-wacht, den Pforzheimer Verkehrsbetrieben und dem Sanitätshaus Heintz ein Training zum ­sicheren Umgang mit dem Rollator durchgeführt.

Das Training hat in Pforzheims City stattgefunden. Das 2-stündige
Training wurde an diesem Tag 3 Mal angeboten. Insgesamt haben über
40 Personen teilgenommen.

Rollator-Training mitten in der City

Das Training beinhaltet das Ein- und Aussteigen sowie Verhalten im Bus, Überwinden von Bordsteinkanten, Drehen auf engem Raum und Rückwärtsgehen. Ferner führte das Sanitätshaus Heintz eine Prüfung der Rollatoren durch und erstellte einen Qualitätsbericht, den die Teilnehmer bei Bedarf ihrem Sanitätshaus vorlegen können.

Die Organisatoren haben sich diesmal für die Innenstadt als Veranstaltungsort entschieden, um mehr Aufmerksamkeit für die Themen ­„Sicherer Umgang mit dem Rollator“ und „Sicherheit des Rollators“ zu erreichen. Dies ist auch gelungen. Viele Passanten sind stehen geblieben, haben bei den einzelnen Übungen zugeschaut und Fragen an die Trainer gestellt. Einige Interessenten haben sich gleich für das nächste Training vormerken lassen.

In Einzelfällen konnten sie sogar an der einen oder anderen Trainingsstation teilnehmen und selbst üben.

 

Mehr Sicherheit im Umgang mit dem Rollator

Ziel des Trainings ist es, dass sich die Teilnehmer nach der Schulung mit dem Rollator spürbar sicherer fühlen und dadurch einen Zugewinn an Bewegungsfreiheit erleben, z.B. sich getrauen, mit dem Bus zu fahren – sei es in die Innenstadt oder zum Wildpark.

 

Fazit des Trainings

Die Rückmeldung der Teilnehmer war durchweg positiv. Sie haben wertvolle Tipps im Umgang mit dem Rollator erhalten. Jetzt heißt es nur noch üben, üben, üben. Aber auch die zahlreichen Kommentare der Passanten haben gezeigt, wie wichtig ein Rollator-Training ist.

Folgende E-Mail haben wir im Nachgang zu unserer Aktion erhalten: „Das war ein schöner Vormittag und das Training hat meiner Mutter eine unglaubliche Sicherheit beim Benutzen ihres Rollators gegeben.“ Das hat uns natürlich sehr gefreut und uns zudem in unserer Intension bestätigt.

Rollatoren-Training

Die Angst, die sich einschleicht, wenn man nachts durch eine Unterführung muss oder alleine in einem Bahnabteil sitzt und die Tür aufgeht. Sollte man sich solchen Situationen erst gar nicht aussetzen? Für viele hieße das Verzicht auf den Besuch von kulturellen Veranstaltungen, auf die wöchentliche Gymnastik- oder Singstunde. Das würde auch bedeuten, Verzicht auf ein wesentliches Stück Lebensqualität. „Zu Hause bleiben“ kann ja wohl nicht die Lösung sein. Auch deswegen, weil wir wissen, wie wichtig solche Unternehmungen und Kontakte sind, um im Alter möglichst lange fit zu bleiben. Folglich stellt sich die Frage, was können die Seniorinnen tun, um sich nicht aus Angst in ihrem Lebensstil einzuschränken.

Welche Frau kennt nicht das ungute Gefühl, das sich einstellt, wenn man nach einem Theater- oder Kinobesuch bei Dunkelheit von der Bushaltestelle alleine nach Hause läuft oder in der Tiefgarage zum Auto geht.

Selbstbehauptungstraining für Frauen

Der KreisSeniorenRat hat dieses Thema gemeinsam mit der Kriminalprävention, Außenstelle Pforzheim, aufgegriffen und ein Training für ­Ältere durchgeführt. In 4 aufeinander aufbauenden Veranstaltungen haben Birgit Hammer und Markus Regelmann von der Polizei mit einer Gruppe von 18 Seniorinnen das Thema „Selbstbehauptung“ mit folgenden Schwerpunkten behandelt:

• Kann ich durch mein Verhalten Gefahrensituationen vermeiden?

• Verfüge ich notfalls über eine wirkungsvolle Strategie?

• Bin ich in der Lage, einem anderen selbstbewusst zu begegnen?

• Was tue ich, wenn es doch mal „brenzlig“ wird?

Die Trainer bearbeiteten die Fragestellungen mit etwas Theorie, vielen Beispielen aus ihrer Polizeitätigkeit, mit Rollenspielen, praktischen Übungen und mit zielgerichtet moderiertem Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen.

 

Ziel des Seminars

Das Ziel des Seminars ist es, das Selbstvertrauen so zu stärken, dass man erst gar nicht Opfer wird und den Seniorinnen zu zeigen, dass jede in der Lage ist, sich zu wehren.

Der Kurs will keine Checkliste liefern, nach der man idealerweise vorgeht. Er gibt den Teilnehmerinnen vielmehr einen Werkzeugkasten an die Hand, aus dem jede das für sie passende Werkzeug herausnehmen und einsetzen kann.

 

Rückmeldungen der Teilnehmerinnen

Die Beurteilungen am Ende des ­Semi­nars waren durchweg positiv. Alle haben viel dazugelernt, eine Menge Anregungen erhalten und Handwerkszeug kennengelernt, das sie in „brenzligen“ Situationen einsetzen können. „Ich hätte nicht geglaubt, dass ich zu so einer Reaktion fähig wäre.“ Durch die Trockenübungen im geschützten Raum haben die Frauen erkannt, dass sie sich wehren können – mit Worten und mit Taten. Und das gibt Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. „Ich hab mich richtig groß gefühlt, wobei ich doch sonst eher schüchtern bin.“

Mit dem Kurs ist das Thema nicht beendet. Es gilt noch viele Dinge nachzuarbeiten und jede einzelne muss für sich reflektieren, was bin ich bereit einzusetzen. Und das kann man in unangenehmen Situationen „im Kleinen“ üben, um es dann im Notfall ohne große Überlegung abrufen zu können.

Der Vergleich mit dem Fahrsicherheitstraining kommt einem in den Sinn: Üben von Vollbremsung und Ausweichmanöver im sicherem Umfeld auf dem Messplatz, um bei einem Notfall im realen Straßenverkehr instinktiv richtig zu reagieren.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Kurs hat viel gebracht, vor allem einen Zuwachs an Selbstvertrauen und selbstsicheres Auftreten. Bedauerlich ist nur, dass man an diesem Training nicht schon viel früher teilgenommen hat. Vielen Dank an das tolle Trainer-Team.

 

Seniorinnen, die sich für ein „Selbstbehauptungstraining für Frauen“ interessieren, können sich an den KreisSeniorenRat, Tel. 0 72 31 – 3 27 98, info@kreisseniorenrat-pf.de oder an die Kriminalprävention,
Außenstelle Pforzheim, Birgit Hammer, E-Mail: ­birgit.hammer@polizei.bwl.de oder Tel. 0 72 31/186 -12 48 wenden.

„Pedelecfahren? – aber sicher!“

 

Viele Senioren haben für sich das „Fahrrad mit Unterstützung“ – meist
E-Bike genannt, Pedelec ist die korrekte Bezeichnung – entdeckt. Für die hügeligen Verhältnisse in und um Pforzheim ein ideales Gefährt. Bewegung mit Genuss, kein mühsames Abstrampeln, gar Absteigen und Schieben, wenn’s bergauf geht. Doch auch Pedelecfahren will gelernt sein.

Mehr Unfälle von Radfahrern

Die Unfallstatistiken zeigen, dass die Stürze zugenommen haben. Das ­Risiko beim Fahren mit einem Pedelec ist höher, da die Geschwindigkeit höher ist. Zudem nutzen viele Wiedereinsteiger das „Fahrrad mit eingebautem Rückenwind“, denen die Routine fehlt. Vor diesem Hintergrund hat der KreisSeniorenRat schon seit Längerem nach einem entsprechenden Trainingsangebot gesucht und ist nun fündig geworden.

Pedelec-Training

Das Amt für Umweltschutz hat in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), der Verkehrswacht, der Radwelt Pforzheim und der Endlich GmbH ein Pedelec-Schnupperkurs zusammengestellt. Dem KreisSeniorenRat ist es gelungen, Plätze für Senioren zu reservieren. Die Vormittagsveranstaltung war sogar zu 100 Prozent mit älteren Radfahrern belegt.

Theorie und Praxis

Die Verkehrswacht hat im theoretischen Teil erklärt, dass ein Pedelec (Fahrrad mit Tretunterstützung bis 25 km/h) rechtlich wie ein Fahrrad behandelt wird, im Gegensatz zu andere Varianten des E-Bikes, die Führerschein, Zulassung und Versicherung voraussetzen. Der Theorieteil umfasste ferner die Radverkehrsbestimmungen der Straßenverkehrsordnung. Im Anschluss wurde unter Anleitung von Herrn Kappes vom ADFC das Fahren mit dem Pedelec zunächst im geschützten Umfeld auf dem Messplatz und danach im innerstädtischen Verkehr geübt. Die Radgeschäfte hatten Pedelecs zur Verfügung gestellt, so dass auch Senioren, die sich ein solches Gefährt vielleicht erst zulegen wollen, mit von der Partie sein konnten.

Fazit

Die Teilnehmer beurteilten den theoretischen Teil sehr positiv: „Vieles war neu für mich. Das war ein toller Überblick.“ Die praktischen Übungen kamen vor allem bei denen, die schon länger nicht mehr Rad gefahren sind gut an: „Das war einfach prima. Ich werde mir ein Pedelec kaufen.“ Ein Punkt kam allerdings nicht gut an. Das war das Wetter. Es war windig und kalt.

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